Warum fühlt sich das hier eigentlich so an, als hätte es schon einmal jemand genau so gepromptet …?
Wer Events größtenteils aus Prompts baut, bekommt am Ende Konzepte, die sauber klingen, aber niemandem im Raum den Puls hochschnellen lassen.
Alle werden ein bisschen kreativer.
Leider in dieselbe Richtung.
KI liefert Ideen und Varianten. Die unverwechselbare Eventidee entsteht, wenn Menschen auswählen, hinterfragen und weiterdenken.
© demaerre – iStock by Gettyimages
Macht KI die Eventbranche bequem?
Früher war es zu 100 Prozent ein Kreativprozess. Heute heißt es: „Ich werfe das mal kurz in die KI.“ Und zack: zehn Eventideen, fünf Mottos, drei Dramaturgien, eine Nachhaltigkeitsbotschaft und ein halbwegs emotionales Closing. Alles in weniger als einer Minute. Dafür hätte ein Team früher mehrere Workshoptage gebraucht, unzählige Flipcharts vollgeschrieben, drei Packungen Kekse vernichtet, eine Runde Tischkicker gespielt, fünfmal „Purpose“ gesagt und mindestens einmal „disruptiv“ in den Raum geworfen. Nur um am Ende trotzdem zu beschließen: „Wir müssen das noch größer denken.“
Heute denkt erst einmal die Maschine. Das ist praktisch. Sehr sogar. KI ist der neue Sparringspartner: jederzeit verfügbar, immer motiviert, nie beleidigt, ohne Mittagspause und stets bereit, auf Zuruf „ein innovatives Konzept für ein nachhaltiges Corporate Event mit Wow-Effekt“ zu erstellen. Leider klingt das Ergebnis dann häufig genauso: wie ein innovatives Konzept für ein nachhaltiges Corporate Event mit Wow-Effekt. Also wie alles und nichts.
Denn genau hier liegt die kleine Gemeinheit: KI macht nicht automatisch kreativ. Sie macht zunächst einmal schnell. Sie sortiert, formuliert, kombiniert und liefert bevorzugt das, was aufgrund vorhandener Muster naheliegt. Das kann ausgesprochen hilfreich sein. Es ist aber nicht dasselbe wie ein eigenständiger Gedanke, der sich erst durch Widerstand, Erfahrung und einige schlechte Ideen hindurcharbeiten musste.
Wer geistige Arbeit zu bereitwillig auslagert, läuft zudem Gefahr, das eigene Denken immer seltener herauszufordern. Für eine Branche, die von Visionen, Atmosphäre, Dramaturgie und echten Erlebnissen lebt, ist das nicht ganz nebensächlich. Ein starkes Eventkonzept entsteht schließlich nicht dadurch, dass man Begriffe wie immersiv, nachhaltig, emotional, Community-basiert und KI-generiert hübsch übereinanderstapelt. Auch wenn der Pitch-Eintopf damit fürs Erste einmal fertig wäre.
Das Problem ist nicht die KI. Das Problem ist der Mensch, der bereits beim ersten brauchbaren Vorschlag erleichtert auf „Übernehmen“ klickt. Weil es sauber klingt. Weil es professionell wirkt. Und weil im Meeting anfangs niemand merkt, dass das Konzept ungefähr so einzigartig ist wie ein Begrüßungskaffee mit Hafermilch und Flohsamenplätzchen. Man könnte auch sagen: KI demokratisiert das Mittelmaß. Plötzlich kann alles sehr schnell sehr ordentlich klingen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Was kann KI für uns entwickeln?“ Sondern: „Was machen wir daraus, damit es nicht klingt wie alles andere auch?“ KI kann den ersten Aufschlag liefern. Den Unterschied müssen wir weiterhin selbst erarbeiten. Denn am Ende gewinnt in der Eventbranche nicht das Konzept, das am schnellsten geschrieben wurde. Sondern das, was Menschen tatsächlich berührt, überrascht oder im besten Fall ein kleines bisschen aus ihrer Routine schubst. Sonst sitzen bald alle in perfekt geplanten, maximal effizienten und nachhaltig inszenierten Erlebnisräumen mit personalisierten Content-Hubs und fragen sich leise:
So entstehen Konzepte, die alles richtig machen und trotzdem nichts auslösen. Sie haben Zielgruppen, Touchpoints, Storytelling, Purpose, QR-Codes und Hashtags. Alles ist da. Nur eben leider keine Seele. Ein Algorithmus erkennt keine Gänsehaut im Raum. Er weiß nicht, wann ein Moment kippt, wann eine Inszenierung trägt oder wann ein Publikum innerlich aussteigt. Er kann eine Dramaturgie skizzieren und aus vorhandenen Erfahrungen Muster ableiten. Spüren kann er sie nicht.
Dabei kann KI durchaus hilfreich sein. Sie kann Gedanken ordnen, Varianten entwickeln, blinde Flecken sichtbar machen und den ersten Schrecken vor dem leeren Konzeptpapier vertreiben. Sie darf nur nicht zu dem Ort werden, an dem das Denken endet.
© satis&fy
© memo-media Verlags-GmbH
Wer Events größtenteils aus Prompts baut, bekommt am Ende Konzepte, die sauber klingen, aber niemandem im Raum den Puls hochschnellen lassen.
Warum fühlt sich das hier eigentlich so an, als hätte es schon einmal jemand genau so gepromptet …?
Alle werden ein bisschen kreativer.
Leider in dieselbe Richtung.
KI liefert Ideen und Varianten. Die unverwechselbare Eventidee entsteht, wenn Menschen auswählen, hinterfragen und weiterdenken.
Macht KI die Eventbranche bequem?
Früher war es zu 100 Prozent ein Kreativprozess. Heute heißt es: „Ich werfe das mal kurz in die KI.“ Und zack: zehn Eventideen, fünf Mottos, drei Dramaturgien, eine Nachhaltigkeitsbotschaft und ein halbwegs emotionales Closing. Alles in weniger als einer Minute. Dafür hätte ein Team früher mehrere Workshoptage gebraucht, unzählige Flipcharts vollgeschrieben, drei Packungen Kekse vernichtet, eine Runde Tischkicker gespielt, fünfmal „Purpose“ gesagt und mindestens einmal „disruptiv“ in den Raum geworfen. Nur um am Ende trotzdem zu beschließen: „Wir müssen das noch größer denken.“
Heute denkt erst einmal die Maschine. Das ist praktisch. Sehr sogar. KI ist der neue Sparringspartner: jederzeit verfügbar, immer motiviert, nie beleidigt, ohne Mittagspause und stets bereit, auf Zuruf „ein innovatives Konzept für ein nachhaltiges Corporate Event mit Wow-Effekt“ zu erstellen. Leider klingt das Ergebnis dann häufig genauso: wie ein innovatives Konzept für ein nachhaltiges Corporate Event mit Wow-Effekt. Also wie alles und nichts.
Denn genau hier liegt die kleine Gemeinheit: KI macht nicht automatisch kreativ. Sie macht zunächst einmal schnell. Sie sortiert, formuliert, kombiniert und liefert bevorzugt das, was aufgrund vorhandener Muster naheliegt. Das kann ausgesprochen hilfreich sein. Es ist aber nicht dasselbe wie ein eigenständiger Gedanke, der sich erst durch Widerstand, Erfahrung und einige schlechte Ideen hindurcharbeiten musste.
Wer geistige Arbeit zu bereitwillig auslagert, läuft zudem Gefahr, das eigene Denken immer seltener herauszufordern. Für eine Branche, die von Visionen, Atmosphäre, Dramaturgie und echten Erlebnissen lebt, ist das nicht ganz nebensächlich. Ein starkes Eventkonzept entsteht schließlich nicht dadurch, dass man Begriffe wie immersiv, nachhaltig, emotional, Community-basiert und KI-generiert hübsch übereinanderstapelt. Auch wenn der Pitch-Eintopf damit fürs Erste einmal fertig wäre.
Das Problem ist nicht die KI. Das Problem ist der Mensch, der bereits beim ersten brauchbaren Vorschlag erleichtert auf „Übernehmen“ klickt. Weil es sauber klingt. Weil es professionell wirkt. Und weil im Meeting anfangs niemand merkt, dass das Konzept ungefähr so einzigartig ist wie ein Begrüßungskaffee mit Hafermilch und Flohsamenplätzchen. Man könnte auch sagen: KI demokratisiert das Mittelmaß. Plötzlich kann alles sehr schnell sehr ordentlich klingen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Was kann KI für uns entwickeln?“ Sondern: „Was machen wir daraus, damit es nicht klingt wie alles andere auch?“ KI kann den ersten Aufschlag liefern. Den Unterschied müssen wir weiterhin selbst erarbeiten. Denn am Ende gewinnt in der Eventbranche nicht das Konzept, das am schnellsten geschrieben wurde. Sondern das, was Menschen tatsächlich berührt, überrascht oder im besten Fall ein kleines bisschen aus ihrer Routine schubst. Sonst sitzen bald alle in perfekt geplanten, maximal effizienten und nachhaltig inszenierten Erlebnisräumen mit personalisierten Content-Hubs und fragen sich leise:
So entstehen Konzepte, die alles richtig machen und trotzdem nichts auslösen. Sie haben Zielgruppen, Touchpoints, Storytelling, Purpose, QR-Codes und Hashtags. Alles ist da. Nur eben leider keine Seele. Ein Algorithmus erkennt keine Gänsehaut im Raum. Er weiß nicht, wann ein Moment kippt, wann eine Inszenierung trägt oder wann ein Publikum innerlich aussteigt. Er kann eine Dramaturgie skizzieren und aus vorhandenen Erfahrungen Muster ableiten. Spüren kann er sie nicht.
Dabei kann KI durchaus hilfreich sein. Sie kann Gedanken ordnen, Varianten entwickeln, blinde Flecken sichtbar machen und den ersten Schrecken vor dem leeren Konzeptpapier vertreiben. Sie darf nur nicht zu dem Ort werden, an dem das Denken endet.